Nuclear Energy and Society
Atomenergie und Gesellschaft
David Gugerli,
Patrick Kupper,
Tobias Wildi
Technology Assessment and Social Change:
the History of Civilian Nuclear Power in Switzerland
This TH-Research Project (starting 1999, finished 2002) analysed
the relationship between the technological development and the social
perception of civilian nuclear power in Switzerland after World
War II. In order to achieve a comprehensive understanding of the
dependence between technological change on the one hand and social
change on the other, socio-technical discourses on very different
levels were reconstructed and analysed. In spring 2003 two dissertations
written by Patrick
Kupper and Tobias
Wildi were released. In addition, a range of results are published
in various journals.
Soziotechnischer Wandel am Beispiel der
Geschichte der zivilen Nutzung der Kernenergie in der Schweiz
Die Kernenergietechnologie hat in den letzten 50 Jahren enorme Fortschritte
gemacht. Gleichzeitig ist die Euphorie der Anfangszeit einer weit
verbreiteten Ernüchterung gewichen. Das Forschungsprojekt hat
diesen Befund zum Anlass genommen, die wechselseitigen Abhängigkeiten
zwischen Technik und Gesellschaft im Rahmen von zwei Fallstudien
zur Geschichte der Kernenergie in der Schweiz genauer zu untersuchen.
Die erste Fallstudie konzentriert
sich auf die Bestrebungen, einen schweizerische Reaktorlinie zu
entwickeln. Nachdem das Projekt international immer deutlicher ins
Hintertreffen geriet, setzte ein schwerer Unfall im Versuchskernkraftwerk
Lucens diesen Ambitionen 1969 ein definitives Ende. Das Untersuchungsfeld
der zweiten Studie ist das kommerzielle
Kernkraftwerk Kaiseraugst. Mitte der 1960er Jahre wurden die entsprechenden
Pläne eines international zusammengesetzten Konsortiums allgemein
begrüsst. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das
Vorhaben jedoch zu einem politischen Streitgegenstand ersten Ranges.
Schliesslich musste das Projekt 25 Jahre nach Beginn der Planungen
aufgegeben werden.
In der historischen Analyse konnte beispielhaft herausgearbeitet
werden, dass die Ausgestaltung einer Technik nicht allein von ihrer
ingenieurtechnischen Machbarkeit abhängig ist. Allgemeine Zukunftserwartungen
spielen in der technischen Entwicklung ebenso eine bedeutende Rolle,
wie die institutionelle Organisation der Innovationsprozesse oder
etwa die wandelnde Risikoperzeption. Die technische Gestaltbarkeit
der Gesellschaft ist systematisch mit der gesellschaftlichen Gestaltbarkeit
der Technik verbunden.
Die umfangreichen Dokumente, die im Rahmen des Forschungsprojektes
bearbeitet wurden, werden nun in einem "Archiv
zur Geschichte der Kernenergie in der Schweiz" (ARK) zusammengestellt
und dem Archiv der ETH Zürich übertragen.
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