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ETH Technikgeschichte - Forschung
Fremdkörper
Die ersten Herztransplantationen in den Medien und im medizinischen Diskurs (Dissertationsprojekt)

Sibylle Obrecht

Die Vorstellung, dass ein menschlicher Organismus nur dann existieren kann, wenn er über ein funktionierendes Immunsystem zur Erkennung und Durchsetzung von Differenz verfügt, zählt heute zu den grundlegenden Konzepten westlicher Kulturen. Sie prägt heute nicht nur die Art und Weise, wie wir unsere Körperfunktionen und unsere Gesundheit konzeptualisieren, sondern sie steht auch in enger - und hier besonders evidenter - Wechselwirkung zu unseren Interpretationen und Konstruktionen von Kategorien sozialer und materieller Ordnung.
Ich interessiere mich für die Prozesse, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zur Etablierung der Diskurse und Interdiskurse dieser immunologischen Differenzproduktion beigetragen haben. In diesem Kontext fokussiere ich zwei bedeutsame, aber bislang aus kulturwissenschaftlicher Sicht kaum beachtete Aspekte des rasanten Aufstiegs immunologischer Konzepte: Erstens die Produktion von Wissen an der Schnittstelle zwischen dem Diskurs und den Praxen der Transplantationsmedizin und dem immunologischen respektive immunogenetischen Diskurs, und zweitens die interdiskursive Popularisierung dieses Wissens. Am Beispiel der in der Schweiz erstmals in den 1960er Jahren durchgeführten Transplantation solider Organe spüre ich dem Wandel der Matrix biologischer und sozialer Differenz im ausgehenden 20. Jahrhundert nach.



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Letzte Änderung: 1-12-2005