Der Charme der Prototypen
David Gugerli, Simone Roggenbuck
Von „Prototypen“ ist heute in den verschiedensten Forschungs- und Wissensfeldern die Rede. Für die Prototypensemantik sind sie Muster kognitiver Verarbeitung für Sprache und Bilder. In der Technikgeschichte repräsentieren sie eine Etappe in Entwicklungsprozessen von industriellen Produkten, die vor der Serienproduktion liegt. Als interdiskursives Phänomen tauchen „Prototypen“ erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Das Projekt nimmt die begriffliche Fährte in zweierlei Hinsicht auf. Markiert die Konjunktur des Begriffes einen cultural shift – hin zum Machbaren, Konkreten, Experimentellen, Pragmatischen? Bedeutet „ Prototyp“ in sprachlichem Denken dasselbe wie in der Produktentwicklung? Oder steht hier ein Mittelwert als „besten Exemplar“ einem utopischen Format gegenüber?
Das Forschungsprojekt will dem wissenshistorischen und kognitiven Charme der „Prototypen“ nachgehen, indem es ihre kognitive und praxisrelevante Wirkung als Verdichtung und Antizipation, als „Modell“ und „Entwurf“, als „Archetyp“ und „Idealtyp“ untersucht.

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PROTOTYP/Photographers Hamburg"