ETH Technikgeschichte
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ETH Technikgeschichte - Forschung
Architektur, Städtebau und sozioökonomischer Wandel 1930-1970
Zusammenfassung des Forschungsprojektes

Angelus Eisinger

Die Architektur- und Stadtentwicklung des 20. Jahrhunderts in der Schweiz war bis heute ein Thema, das vornehmlich Architekten, Architektur- und Kunsthistoriker und Planer behandelten. Sozial- und wirtschaftsgeschichtliche sowie technikhistorische Untersuchungen dazu fehlen weitgehend. Das im folgenden skizzierte Projekt nimmt sich dieser historiographischen Forschungslücke an. Die geplante Untersuchung bedient sich der unterschiedlichen Forschungstraditionen der Architektur- und Städtebaugeschichte, Bautechnikgeschichte, Raumplanungsgeschichte und Stadtgeschichte im Sinne der „new urban history“ und integriert sie unter einem übergreifenden interdisziplinären Blickwinkel. Dabei wird das Gebaute als Ergebnis und Spiegel eines komplexen Zusammenspiels architektonisch-planerischer, technologischer, sozioökonomischer und politischer Determinanten interpretiert. Architektur- und Stadtentwicklung fungieren somit als Indikatoren des widersprüchlichen, wenig linear verlaufenen Modernisierungsprozesses, den die Schweiz in Jahren von 1930 bis 1970 durchlaufen hat. Dazu ist auf drei analytisch zu unterscheidenden Ebenen vorzugehen. In einem ersten Schritt sind die Beiträge der modernen Architektur für die Stadt-, Siedlungs- und Raumentwicklung herauszuarbeiten. Dies hat unter Berücksichtigung der Wechselbeziehungen mit dem sozioökonomischen, politischen und technologischen Kontext der Architektur- und Planungsdebatte zu erfolgen. Der zweite Analyseschritt soll der bautechnologischen Veränderung nachgehen. Erlaubt die Analyse der architektonisch-planerischen Debatte die konzeptionelle Komponente der Bauentwicklung nachzuvollziehen, offenbart die bautechnologische Untersuchung ein Verständnis für das Wie? In der Entwicklung der Raumplanungsdebatte schliesslich werden die Grundsätze und Instrumente bestimmt, nach welchen die räumliche Erschliessung und die räumliche Verteilung des Gebauten festgelegt werden. Die drei Analysefelder zusammen bilden das Gefüge, welches den sozioökonomischen Wandel, die komplexen Modernisierungsprozesse zwischen 1930 und 1970 in der baulichen Entwicklung des Landes auffängt und spiegelt.

 



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Letzte Änderung: 1-12-2005